FCE schafft die Pokal-Überraschung

Als Alexander Pohl den letzten Strafstoß versenkte herrschte ausgelassene Freude auf dem Rasen wie auch im weiten Rund bei den FCE-Fans. Der FC Eisenach hat im Thüringen-Pokal den klassenhöheren SC Heiligenstadt geschlagen und zieht somit in die nächste Runde ein und darf weiter vom “großen” Los träumen. Als Matchwinner dürfen sich beide FCE-Torleute Kovachev und Renic fühlen, die mit ihren starken Leistungen wesentlich zum Erfolg beitrugen.

In der ersten Halbzeit knüpften die Wartburgstädter, bei denen mit Patrick Scholz und Jan Kunsir, sowie dem langzeitverletzten Daniel Reinhardt wichtige Stützen fehlten, nahtlos an die Vorwoche an und standen hinten sicher. Startkeeper Ivan Renic musste lediglich bei hohen Bällen mal eingreifen. Ansonsten nahmen ihm die Mitspieler die Arbeit ab. Zwar hatte der SC Heiligenstadt mehr vom Spiel doch die besseren Möglichkeiten besaß der FCE. Vorallem die ausgelassen Chance von Niklas Wiesner, der von seinem Zwillingsbruder Jonas bedient wurde und ihm der Ball frei vorm Tor versprang, schmerzte (21.). Die gefährlichste Einschussmöglichkeit der Gäste vor der Pause vereitelte Jonas Wiesner, der gerade noch so dem einschussbereiten Adrian Wilhelm den Ball wegspitzelte (39.). Das war es dann auch schon von den ersten unspektakulären 45-Minuten.

In der zweiten Hälfte nahm das Spiel an Fahrt auf. Nach ca. einer Stunde wurde Heiligenstadt immer stärker, der Favorit zog nun das Spiel an sich und erarbeitete sich zahlreiche Chancen. Eine Merfert-Eingabe fand zwar den Kapitän Sebastian Möhlhenrich, doch er verstolperte (57.). Nach einer Ecke kam Marcel Hanusch frei zum Kopfball, doch mit einer Glanzparade verhinderte Ivan Renic den Rückstand (65.). In  der Folgezeit nahm der Druck der Gäste aus dem Eichsfeld immer mehr zu. Die Gäste schossen Ivan Renic nun regelrecht warm. Machtlos wäre dieser aber bei Merferts Chance in der 72.Minute gewesen, doch dieser gab zum Glück noch auf einen im Abseits stehenden Mitspieler ab.

Der FCE kam nur noch selten zu Entlastungsangriffen. Bei einem solchen stand der eingewechselte Robert Kiesewetter im Weg und klärte unfreiwillig, als Niklas Wiesner den Ball aufs verlassene Tor bringen wollte (69.).

Als sich alle schon gedanklich auf die Verlängerung eingestellt hatten traf Ivan Peric aus Nahdistanz zum Glück nur den linken Pfosten (90.), bevor in der Nachspielzeit Tobias Kiesewetter einen Schuss von Peric blocken konnte (90.+3).

In der ersten Hälfte der Verlängerung geschah erstmal recht wenig, bis der Favorit Heiligenstadt doch durch Ivan Peric in Führung ging. Mit einem hohen Schlenzer ins lange Eck ließ er Renic keine Chance (102.). Das Spiel schien seine genormte Bahn zu nehmen. Nach einer Verletzung von Tobias Kiesewetter stellte Trainer Michael Offenhaus um. Für Kiesewetter kam Hristo Kovachev, dieser ging ins Tor, der bisherige Keeper Ivan Renic wurde in den Sturm beordert (110.). Hier zeigte Renic das er auch außerhalb des Tores mit dem Ball umgehen kann. Nach einem Foul von Kai Rhöse an Jonas Wiesner blieb dem sicher leitenden Schiedsrichter Martin Mühlberg nichts anderes übrig als auf den Punkt zu zeigen. Alexander Pohl übernahm die Verantwortung und vollendete souverän zum 1:1 (112.). Die restlichen Minuten überstand der FCE unbeschadet, Heiligenstadt hatte nur noch eine Gelegenheit – einen Thunert-Kopfball der jedoch neben das Tor ging (120.+5).

Dann begann das spannende Elfmeterdrama. 2011 hatte der FCE im Elfmeterschießen verloren gegen Heiligenstadt. Die ersten beiden Schützen jedes Vereines (Rohner und Jonas Wiesner) scheiterten jeweils am Torhüter, danach zeigte sich die Schützen treffsicher, auch wenn beide Torhüter die eine oder andere Hand am Ball hatten. Als dann Heiligenstadts letzter Schütze Kapitän Sebastian Möhlhenrich an Hristo Kovachev scheiterte war der Jubel groß im Wartburgstadion. Doch Alexander Pohl musste ja erst noch treffen. Und er machte es äußerst routiniert und verlud Christoph Sternadel und traf zum entscheidenden Treffer – 5:4 nach Elfmeterschießen. Die an der Mittellinie ausharrenden FCE-Spieler kannten danach nur eine Richtung. Alex Pohl und Hristo Kovachev wurden geherzt und umarmt. Auch die Zuschauer feierten ausgelassen den schönen und unverhofften Erfolg.

Die Statistik zum Spiel
FCE: Renic – Stöber, Striegl (106.Rittel), Kiesel, J.Wiesner, Pohl, N.Wiesner, T.Kiesewetter (110.Kovachec), Zänker (48.R,Kiesewetter), Müller, Kraiczi

SCH: Sternadel – Heinevetter, Rhöse, Lerch, Rohner, Thunert, Hanusch, Wilhelm (60.Henkel), Möhlhenrich, Merfert (67.Peric), Dragicevic (91.Berger)

Tore: 0:1 Peric (103.), 1:1 Pohl (112.Strafstoß)

Elfmeterschießen: Rohner (verschossen), J.Wiesner (verschossen), Henkel (1:2), Kiesel (2:2), Heinevetter (2:3), Kovachev (3:3), Thunert (3:4), N.Wiesner (4:4), Möhlhenrich (verschossen), Pohl (5:4)

Schiedsrichter: Martin Mühlberg

Zuschauer: 102  


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