Kurz vor dem Rothenhof sahen schon 4000 Zuschauer ein Fußballspiel
Weit draußen in der Oststadt, kurz vor Rothenhof in der Nähe der Hörsel, befindet sich der Sportplatz Fischbacher Weg. Bis nach der „Wende“ eine Eisenbahnunterführung gebaut wurde, war er von der Gothaer Straße her nur über einen Bahnübergang zu erreichen. In alten Stadtplänen auch als „BSV-Sportplatz“ verzeichnet, war er früher das Zuhause des Ballspielvereins, der dem Arbeiterturn- und Sportbund (ATSB) angehörte. Durch das Verbot des ATSB im Mai 1933 wurde auch der BSV zwangsaufgelöst. Kurz darauf wurde ein neuer oststädtischer Verein gegründet. Er sollte „den besonderen Verhältnissen der Oststadt Rechnung tragen und dazu beitragen, im nationalsozialistischen Volksgeist die körperliche Erziehung der oststädtischen Jugend (zu) fördern“. Auch die Reichsbahn-Turn- und Sportgemeinschaft spielte auf der Anlage, in der Saison 1941/42 sogar für ein Jahr in einer Klasse mit den „großen“ Borussia und Sportvereinigung. Im weiteren Verlauf des 2. Weltkrieges wurde der Platz zum Gemüseacker degradiert. Als die 1945 gegründete SG Ballspiel Eisenach 1949 Betriebssportgemeinschaft der Reichsbahn wurde, wurde der Sportplatz wieder hergerichtet. Seitdem war er die Heimat der BSG Lokomotive (heute ESV), ist er in Eisenach fast jedem als „Lokplatz“ geläufig. Auch Motor Eisenach trug hier bis in die 80er Jahre hinein hin und wieder Punktspiele aus. Ihren Zuschauerrekord erlebte die Anlage wohl am 10. September 1966. Ob allerdings jeder der 4000 Besucher, die sich beim Spiel Motor Eisenachs gegen den Oberligaabsteiger FC Rot-Weiß Erfurt um den Platz drängelten, ausreichende Sicht hatte, muss wohl bezweifelt werden.

Seit 2011 trainieren und spielen auch die Kleinfeld-Jugendmannschaften des F.C. Eisenach auf dem Sportplatz.

Adresse:

Fischbacher Weg

Eisenach