FCE findet kein Mittel gegen Gospenrodaer Antifussball

Völlig unerwartet musste sich der FC Eisenach im Heimspiel gegen Grün-Weiß Gospenroda mit einem 1:1-Unentschieden zufrieden geben. Dabei spielten die Wartburgstädter über weite Strecken in Unterzahl, waren trotzdem die bessere Mannschaft. Nur fehlte im letzten Drittel die nötige Konsequenz im Abschluss, wurden Möglichkeiten zu leichtfertig weggeschenkt.

Der Aufsteiger aus Gospenroda hatte im gesamten Spiel nur die eine Idee – das Spiel der Eisenacher zu stören, ja zu zerstören. Was Gospenroda da zelebrierte kann man getrost als Antifussball werten. Die Wartburgstädter kamen damit in der ersten Halbzeit überhaupt nicht zurecht. Es fehlten ihnen schlicht an Lösungen. So begann eine äußerst zähe Halbzeit, zu deren Beginn der angeschlagene Ivan Renic schon nach vier Minuten den Platz verlassen musste, für ihn kam Lucas Voigt ins Tor. Einzigste erwähnenswerte Spielszene war ein Freistoß der Gäste. Kapitän Fabian Mirtschinks Geschoss wurde leicht abgefälscht und schlug so für Lucas Voigt unhaltbar in der Mitte des Tores ein (25.). Ein unheilvoller Spielverlauf für den FCE nahm seinen Anfang. Wenig später wurde Niklas Wiesner, nachdem er mit seinem Gegenspieler kreuzte und diesem wohl in die Hacken trat, mit rot vom Platz gestellt. Bis zur Pause änderte die Unterzahl nichts am Spiel, auch weil die Spieler des FCE sich zu viel mit dem Schiedsrichtergespann beschäftigten, anstatt Fussball zu spielen.

Auch nach der Pause waren die Gäste nur auf zerstören aus, aber wenigstens nahmen die Eisenacher nun den Kampf an. Der erste Eisenacher Torschuss kam von Jonas Wiesner, Keeper Björn Rinn lenkte diesen gekonnt zur Ecke (47.). Dem Ausgleich per Strafstoß ging ein Foul an Lukas Brinschwitz voraus, der seinen Körper geschickt einsetzte, so daß sich Stark nicht anders zu helfen wusste. FCE-Kapitän Patrick Scholz ließ sich nicht zweimal bitten und traf zum 1:1 (53.). In der Folge hatte der FCE trotz Unterzahl mehr vom Spiel, Gospenroda kam nicht einmal mehr gefährlich vor das Tor der Wartburgstädter. Um ein Haar die Führung für die Gastgeber, doch mit einer Klasseparade entschärfte Björn Rinn einen Kopfball von Jonas Wiesner und hielt seine Mannschaft im Spiel. Der FCE verpasste es in dieser Phase ein Tor nachzulegen, auch weil zu wenig miteinander gespielte wurde. Meistens verstrickten sich die FCE-Spieler in kleine Scharmützel, aus denen es allein keinen Ausweg gab. So verstrich immer mehr Zeit, das Spiel ging dem Ende entgegen. Glück hatten die Gäste kurz vor Schluss, als Rinn bei einem Schuss von Anton Tikwe nicht gut aus sah, der Ball unter seinem Körper durch rutschte und knapp am Pfosten vorbei strich (84.). In der Nachspielzeit fasste sich „Scholzi“ noch mal ein Herz und zog ab, doch war der Schuss zu mittig plaziert. So blieb es beim Unentschieden, daß die Gäste verständlicherweise bejubelten wie einen Sieg.

Wie schon in der letzten Woche in Ohrdruf zahlte die junge Truppe von Michael Offenhaus heute Lehrgeld, es fehlt einfach noch ein gewisses Maß an Erfahrung um solch ein Spiel siegreich zu gestalten. Gospenroda kann und darf man für den Antifussball keinen Vorwurf machen. Jeder spielt halt mit seinen Mitteln und der Erfolg (sprich der Punktgewinn) gibt den Gästen heute recht. Ob sie mit dieser Spielweise die Liga halten können ist fraglich, in dem Spiel heute waren sie aber der gefühlte Sieger.

Die Statistik zum Spiel:
FCE: Renic (4.Voigt) – Stöber, Tikwe, N.Wiesner (35.RK), Reinhardt (76.Fischer), J.Wiesner, Scholz, Kraiczi (35.Brinschwitz), Schmidt, Galozy, Qayumi

Gospenroda: Rinn – Trostmann (45.+2 Stark, 68.Göhring), Eichholz, Vockenberg, Scheuch, Mirtschink, Lusky, Hohmann, Kümmel, Köhl (90.+3 Jonik), Pfaff

Tore: 0:1 Mirtschink (25.), 1:1 Scholz (53.Strafstoß)

Schiedsrichter: André Thormann

Zuschauer: 129